Im Portrait: Janusz Korczak

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Ein Vorbild unserer Zeit

Der jüdische polnische Arzt, Schriftsteller und Humanist Janusz Korczak gehört zu den radikalsten Reformpädagogen des 20. Jahrhunderts. Vermutlich 1878 wurde er unter dem Namen Henryk Goldszmit in Warschau als Sohn eines Juristen geboren. Weltweit berühmt wurde er, weil er seine ihm anvertrauten Waisenhauskinder nicht verließ, als sie am 6. August 1942 aus dem Warschauer Ghetto in die Gaskammern des Vernichtungslagers Treblinka deportiert wurden, obwohl ihm aufgrund seiner Berühmtheit das Rettungsangebot vorgelegt wurde. Aber Korczak lehnte ab und ging mit den Kindern in den Tod. 70 Jahre danach würdigt ihn Polen mit einem Korczak-Jahr. Nach der erzwungenen Übersiedlung ins Warschauer Ghetto versuchte Korczak, den Kindern das Leben möglichst erträglich zu gestalten, ging für sie sogar betteln. 1972 erhielt er posthum den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 1977 wurde in Gießen die Deutsche Janusz-Korczak-Gesellschaft gegründet. Auch die UN-Konvention über die Rechte des Kindes ist stark von seinen Ideen beeinflusst. Was wir von Janusz Korczak lernen dürfen ist, dass jedes Kind ein von Gott geliebtes und begabtes Kind ist. Jedes Kind hat es verdient gehört zu werden.

Erinnerungskultur

Menschen wie Korczak machen uns auch bewusst, wie wichtig es ist, sich zu erinnern. Heute ist das Sich-erinnern mehr denn je von großer Bedeutung., gerade dann, wenn unsere Erinnerungskultur über unsere Vergangenheit in Frage gestellt wird. Daher haben sich die Wallauer Vereine, Beamten und kirchlichen Vertreter am 18. November 2018 zum Anlass des Volkstrauertages getroffen, um den Menschen zu gedenken, die den 1. und 2. Weltkrieg miterlebt haben. Am Mahnmal an der Friedhofskapelle wurde der Kranz niedergelegt zur Erinnerung an unsere Vergangenheit. So wurden auch die neuen Gedenkplatten eingeweiht.