FeG Aktuell - Sicher durch das Internet

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Betrug im Internet. Wer kennt das nicht? Auf einmal landet eine mit Schreibfehlern übersäte Email in meinem Postfacht. Dem Anlass des Schreibens ist nicht zu entnehmen, dass diese Email etwas mit mir zu tun haben könnte. Ich klicke sie weg, oder nutze das Spam-Filteroption meines Emailprogramms, um diese Art Email nie wieder zu bekommen. Aus den Augen aus dem Sinn! Man freut sich, klopft sich selbst auf die Schulter, weil man auf so eine billige Masche nicht hereingefallen ist.

Man sollte meinen, auf so einen Unsinn, würde niemand hereinfallen. Doch dem ist nicht so. Kriminal Hauptkommissar Dirk Hintermeier vom Landeskriminalamt in Hessen klärt uns auf, dass eingehende Mails von zwielichtigen Personen nicht nur in Einzelfällen zu erheblichen Schäden führen. Denn, was von dem einen sofort als billige Betrugsmasche entlarvt wird, klingt für andere vertraulich oder weckt Interesse. Hintermeier nennt uns die üblichen Schwachstellen, die Menschen in die Falle tappen lassen. Jeder dieser Schwachstellen gründet auf verschiedene Bedürfnisse und Verhaltensweisen des Menschen, die auf unterschiedlichste Arten und Weisen angesprochen und vom Täter ausgenutzt werden.

Angst und Scham

Angst und Scham sind zwei besonders sensible Bereiche, die sich der Täter durch Erpressung und (An)Drohung zu Nutze machen will. Sobald der Täter etwas gegen das Opfer in der Hand hat, sei es durch einen gezielten Bluff, oder durch gestohlene Informationen (Virus, Social Engineering, Videoaufnahme der gehackten Laptopkamera), wird er seine Trumpfkarten ausspielen. 

Neugier und Lust

Die größte Waffe des Täters ist die Neugier und Lust des Menschen. Mit interessanten Angeboten oder spannenden Themen, lockt der Fallensteller das Opfer in sein Verderben. Vor allem die Neugier und Lust nach dem „Verbotenen“ kann verheerende Konsequenzen mit sich führen. Dass Schmuddel-Seiten oder illegale Streaming-Angebote im Netz überflutet sind mit Viren und schädlicher Software, die man sich nur all zu schnell auf den Computer lädt, ohne es zu merken, sollte jedem klar sein. Dennoch freuen sich die Betreiber solcher Webseiten über Millionen Klicks, weil die Neugier und Lust ihrer Opfer zu groß sind. Hintermeier warnt vor solchen Webseiten und rät dazu seine eigene Neugier und Lust zu reflektieren bevor es zum Absturz kommt. Auch Antivirus-Software kann unter Umständen versagen und das Opfer nicht vor Attacken aus dem Netz schützen.

Faulheit und Naivität

Apropos Antiviren-Software. Es ist nicht so, dass die Softwareentwickler (Kaspersky, Avira, G-Data, Dr. Web usw.) dem Täter einen Schritt voraus wären - im Gegenteil. Kein Antivirus-Programm kann für hundertprozentige Sicherheit garantieren, denn der Täter schläft nicht – seien sie nicht naiv!

Der Täter sucht Sicherheitslücken, bis er sie findet, denn er will ja durch Betrug Geld verdienen. Eine Antivirus-Software kann daher nur so sicher sein, wie aktuell die Datensätze der Datenbank gepflegt und organisiert sind. Daher rät uns D. Hintermeier dazu einen Betrug immer bei der Polizei zu melden, damit entsprechende Ermittlungen erfolgen können und Antiviren-Datenbanken verbessert werden können.

Man solle sehr genau darauf achten, die genutzte Software sorgfältig mit Updates zu versorgen. Egal ob es sich dabei um das Antivirenprogramm, dem Betriebssystem (Windows, Mac OS, Android, Linux usw.), Hilfs- und Arbeitsprogrammen (Word, Excel, Outlook, Mail usw.) oder sonstiger Software handelt. Dabei steht besonders häufig die menschliche Faulheit im Weg. Es ist aufwendig und kostet oftmals viel Zeit, alles auf den aktuellen Stand zu bringen. Vor allem bei Smartphones und Tablets sind Systemupdates unter Umständen zeitaufwendig und benötigen durchaus spezielle Fachkenntnisse.

Habgier

Die Habgier des Opfers kann ein treuer Verbündeter des Täters sein. Die Chance auf einen Millionengewinn, oder dem lang ersehnten Traumurlaub, verführt das Opfer nur allzu schnell dazu, seine Daten (Name, Adresse, Email, Telefonnummer) preiszugeben. Dabei gibt es den angeblichen Gewinn gar nicht, sondern der Täter möchte ihre Daten haben, um sie mit gefälschten Emails oder Telefonanrufen zu belästigen und sie dran zu kriegen.

Unwissenheit und Sorglosigkeit

Letztlich schützt Unwissenheit nicht vor Strafe. Und Sorglosigkeit nicht vor dem Täter. D. Hintermeier weist darauf hin, dass es viele Anlaufstellen gibt, wo man Hilfe bekommen kann. Man muss nicht immer alles wissen, aber sollte wissen wer es weiß. Daher scheuen Sie sich nicht bei der Polizei oder anderen Dienststellen anzurufen, um hier wie dort um Rat zu fragen, damit Sie dem Täter nicht auf den Leim gehen. Wir bedanken uns bei KHK Dirk Hintermeier, der uns mit seiner humorvollen Art durch einen sehr informativen Abend geführt hat. Zum Thema „Sicher durch da Internet“ haben wir viel gelernt und werden so schnell nicht auf den Täter hereinfallen.